Tut Kimi Spike gut?

Das hat mich heute eine Bekannte gefragt. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Was ich beobachte ist, dass die beiden weitgehend nebeneinander her leben. Ich beobachte, dass Spike Kimi ähnlich hin nimmt, wie er alle Katzen, die wir in den ganzen Jahren aufgenommen haben akzeptiert hat. Wenn ihm Kimi zu aufdringlich wird, zeigt er das deutlich, aber nicht allzu grob. Ansonsten ignoriert er sie weitgehend.

Zum Glück ist Kimi ein Hund, der sich gern und viel selber mit Spielzeug beschäftigt und Spike dadurch nicht so oft auf die Nerven geht. Und Spike hat kein Problem damit, dass alles was rumliegt an Hundesachen von Kimi bespielt wird. Ich vermute, Spike könnte gut auf Kimi verzichten, wenn man ihn fragen würde. Aber sie ist nun mal da und er fügt sich rein. Und zu einigen, seltenen Gelegenheiten, spielt er auch mal mit ihr.

Körperkontakt mit ihr ist nicht sein Ding. Aneinander kuscheln beim Schlafen geht für Spike gar nicht. Und für Kimi geht das auch nicht mehr, seit er ein paarmal, grobmotorisch wie er manchmal ist, sich halb auf sie hat fallen lassen beim Hinlegen. Seitdem arbeite ich dran, dass sie keine Attacke auf ihn unternimmt, wenn er zu uns ins Bett klettert. Es wird besser, aber wenn sie ihn mit ihrem „bösen Blick“ ansieht, traut er sich nicht mehr, ohne meinen Beistand, zu uns ins Bett zu kommen. Wenn genügend Platz ist, ist es kein Problem. Tagsüber liegen die beiden immer wieder auch mal ohne Probleme dort zusammen aber mit genügend Abstand.

Warum haben wir überhaupt einen zweiten Hund zu Spike aufgenommen? Wenn ich nicht zufällig in Kontakt mit dem ungeplanten Wurf meiner Tierärztin gekommen wäre, hätten wir ganz sicher keinen zweiten Hund. Kimi lief mir über den Weg und sie und ihre Schwester waren noch übrig. Gezielt gesucht nach einem zweiten Hund habe ich nicht und einen Welpen wollte ich sowieso nie. Und wenn ich Ute Blaschke-Bertolds Mehrhundeseminar vorher besucht hätte, hätte ich vermutlich keinen zweiten Hund zu Spike aufgenommen.

Aber da war Kimi und hat meinen Mann (O-Ton: Ich will keinen zweiten Hund!) im Sturm erobert. Einmal übers Gesicht geleckt, war es „unser“ Hund, obwohl mein Mann eigentlich mitgekommen ist, um mich davon abzuhalten einen zweiten Hund auszusuchen. Kimi war für ihn schon „unser Hund“, als ich noch lange gezweifelt habe, ob ich Spike damit etwas Gutes tue. Ob ich seine Lebensqualität damit nicht einschränke insbesondere im Alter. Die ersten beiden Nächte, nachdem wir Kimi zu uns geholt haben, habe ich mich schlaflos mit meinen Zweifeln herum geschlagen und war mir ganz und gar nicht sicher, ob dieser kleine Hund eine gute Idee war für Spike. Aber da war Kimi, dieses ängstliche kleine Hundemädchen, das nur noch flüchten wollte, als wir, die Fremden kamen. Und da war Kimi, die ein bisschen mutiger, einige Minuten später an Spikes Lefzen stoßen wollte, obwohl er einen Mauli getragen hat. Und die sich dann doch noch hat kuscheln und entspannen lassen hat auf meinem Schoß.

Jetzt ist sie schon ein Jahr und zwei Monate bei uns und wir Menschen können es uns ohne sie gar nicht mehr vorstellen, auch wenn es nicht immer einfach ist. Clicker-Sessions mit zwei Hunden sind auch nicht einfach für mich. Da muss ich sehr an mir arbeiten, um das gut hinzubekommen. Und jeder von unseren Hunden hat seine speziellen Baustellen, die bearbeitet werden müssen. Das kostet auch Zeit und Nerven. Vor allem, wenn ich nach einem langen Arbeitstag heimkomme.

Ob Spike Kimi vermissen würde, wenn sie nicht mehr da wäre? Ich vermute eher nicht. Aber er toleriert es, dass sie da ist und ich versuche, sein Leben so zu gestalten, dass er möglichst wenig Einschränkungen durch Kimi hat. Er bekommt Einzelspaziergänge mit mir, obwohl das bedeutet, dass ich die doppelte Zeit brauche für ihn und für Kimi. Das ist nicht immer einfach im Alltag, aber wichtig für seine Lebensqualität, dass er auch immer wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit genießen kann, die er ja vorher jahrelang hatte.

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