Der Name des Hundes …

… ist ein wichtiges Kommunikationsmittel. Ich merke das immer wieder. Wenn wir zusammen mit dem Hund unterwegs, passiert es oft, dass wir Menschen uns unterhalten. Wenn wir dann, mitten aus der Unterhaltung heraus, Spike zu uns rufen, kann es passieren, dass er nicht kommt. Ungehorsam? Keineswegs. Wenn wir vergessen, Spike mit Namen anzusprechen, woher soll Spike dann wissen, wer gemeint ist? Wir haben ja die ganze Zeit geredet, ohne ihn zu meinen. Deshalb: Immer wenn mehrere Gesprächspartner anwesend sind, tierische oder menschliche, im Zweifelsfall denjenigen mit Namen ansprechen, damit derjenige oder diejenige weiss, dass er oder sie gemeint ist. 🙂

Spike: Freudige Reaktion auf seinen Namen

Wie lernt ein Hund seinen Namen, den wir für ihn ausgesucht haben?
Für den Hund ist der Name, den wir für ihn ausgesucht haben, zunächst nur ein Laut, den wir von uns geben. Er muss erst lernen, ihn mit sich in Verbindung zu bringen. Das geschieht durch wiederholte, möglichst positive Erfahrung mit diesem Namen. Immer, wenn ich den Hund meine, sage ich seinen Namen dazu. Bevor wir gemeinsam zur Tür hinausgehen, bevor ich den Napf mit Fressen hinstelle, bevor ich ihn anfasse, um ihn zu bürsten, bevor ich ein Spiel beginne, … Immer wenn ich etwas mit ihm vorhabe, sage ich vorher den Namen des Hundes. Mit der Zeit lernt der Hund, das dieser spezielle Laut, dieses Wort, etwas mit ihm zu tun hat.

Viele Hunde, die mir tagtäglich begegnen, denken bestimmt dass sie einen Doppelnamen führen und verbinden vermutlich nicht besonders viel positives mit ihrem Namen. Bobby NEIN, Kira PFUI, Rex AUS, … 🙁 Nicht selten werden Hunde nur angesprochen, meist sogar angeschrien, weil sie etwas unerwünschtes machen. Oder sie werden vom spielen oder schnüffeln weggerufen, um sie dann anzuleinen oder sogar zu bestrafen, weil sie nicht sofort beim ersten Rufen gekommen sind. Der Name des Hundes wird zur Ankündigung von etwas unangenehmen oder sogar von Strafe. Kein Wunder, dass viele Hunde, wenn sie gerufen werden, nicht angerannt kommen, sondern zusehen, dass sie möglichst nicht in die Nähe ihres Menschen kommen.

Ich habe deshalb in den vergangenen Jahren sehr darauf geachtet, dass nach Spikes Namen nie (oder nur sehr sehr selten) etwas negatives passiert. Unangenehme Sachen, die nötig sind (Ohren untersuchen, Pfoten säubern, Tabletten oder Spritzen geben, usw.) haben wir positiv trainiert über Clickertraining.

Wie kann man es erreichen, dass der Hund mit seinem Namen etwas sehr positives verbindet?
Dass der Name des Hundes nichts negatives ankündigt, ist mir sehr wichtig. Noch bessser ist es aber, wenn der Name an sich für den Hund eine positive Bedeutung hat. Das kann man sehr einfach und gut trainieren.

Ich habe das in den vergangenen Wochen und Monaten gezielt getan. Es ist ganz einfach: Immer wenn ich eine kleine Leckerei für Spike hatte, habe ich seinen Namen gesagt und er bekam es dann sofort danach, ganz egal, was er gerade getan hat, einfach so. Mehrmals am Tag in ruhiger Umgebung daheim. Da Spike gerne Obst ißt, ist es nicht schwer, so etwas 10-15x pro Tag zu üben ohne dass er davon zunimmt. 😉

Nach einiger Zeit ist mir dann aufgefallen, dass Spike sich sehr freudig zu mir gewendet hat, wenn ich ihn draussen, beim Spaziergang mit seinem Namen angesprochen habe. Und vor kurzem hat er sich sogar in einer für ihn sehr stressigen Situation (kläffender Hund hinter einem Zaun) auf seinen Namen hin zu mir umgedreht. Für uns ein toller Erfolg! 🙂

Den Namen des Hundes positiv verknüpfen.
Eine sehr einfache, aber sehr effektive Trainingsmöglichkeit

Vielen Dank an Nico Feider (http://www.ballance.lu) für diese Trainingsidee.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Der Name des Hundes …

  1. Neckel sagt:

    Schöner Text Claudia,
    und danke, dass du mir dankst 😉

    Jedoch bin ich nicht ganz von alleine darauf gekommen, sondern habe mir durch Dr. Ute Blaschke-Berthold Gedanken zu diesem Thema gemacht und auch mit ihrer Erlaubnis Handout-Zettel auf Luxemburgisch für meine Kunden angefertigt.

    Genau wie du, liebe Claudia, bin ich überzeugt und begeistert von dem Resultat, was man mit deisem kleinen einfachen „Trick“ erzielen kann: unsere Hunde mögen ihre Namen ganz einfach viel lieber hören und reagieren schneller darauf.
    Das kann in meinen Augen vielleicht einmal ihr Leben retten, wenn sie gerade auf eine vielbefahrene Strasse zulaufen und nicht lange überlegen, ob sie jetzt vielleicht ausgeschimpft werden, wenn sie ihren Namen hören.

  2. Claudia sagt:

    Hallo Neckel, ich hatte bei Gesprächen mit Dir das erste Mal von dieser Idee gehört. Aber es stimmt, sie passt sehr gut in das Gesamtkonzept und den Werkzeugkasten von CumCane. 🙂

Schreibe einen Kommentar